Parkinsongruppe
Moers
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Auf der Suche nach der Seele

Bericht über unsere Fahrt vom 23.1. 2017 bis zum 27.2017 nach Günne

 „ Die Seele für den Pflegealltag stärken“ – ein Titel, der zunächst hinterfragt werden muss.

Vierzehn Gruppenmitglieder der SHG Parkinson Moers machten sich auf den Weg, um über ihre Rolle als Pflegende oder zu Pflegende Klarheit zu gewinnen, sich in dieser Rolle zu hinterfragen und die Grenzen ihrer Belastung abzustecken.

Norbert Kinzel( Pflegesachverständiger) Dr. Rolf Gonnermann (Arzt und Psychologe) und Markus Hacker ( Pädagoge) begleiteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch diesen Prozess.

Schon die erste Fragestellung: „ Was ist die Seele?“ führte zu einer mit persönlichen Erfahrungen, philosophischen Gedanken und religiösen Überzeugungen geprägten Diskussion. Besonders der Bericht einer Teilnehmerin, die nach einem Herzinfarkt auf der Intensivstation mit Schläuchen und Geräten fixiert, ihre Seele vermisste- beeindruckte und gab Denkanstöße und Interpretationen.

Eine allgemeingültige Antwort fanden wir nicht. Wie sollten wir denn nun in den kommenden vier Tagen etwas stärken, von dem wir nicht wissen was es ist, wo es sich befindet und ob es sie überhaupt gibt? Die Seele.

Auch die nächste Frage: „ Was ist burn-out“? ließ viele Antworten und Beispielgeschichten zu. Hier allerdings half uns eine Tabelle, die die einzelnen Phasen des Krankheitsverlaufs deutlich aufzeigte.

Wie kann ich diesen Verlauf anhalten, wieder gesunden oder verhindern?

Dr. Gonnermann zeigte eine Fülle von Therapien auf, die auch jeder für sich und im privaten Bereich durchführen kann.

Intensiv, persönlich und unter die Haut gehend wurde es, als Betroffene und Pflegende getrennt voneinander einen Wunschkatalog erstellten. Was wünsche ich mir von meinem Partner?

- Sprich mit mir“

- Nimm meine Einschränkungen ernst!

- Hab Geduld mit mir!

- Entmündige mich nicht!

- Sprich in meiner Gegenwart nicht über mich, als wenn ich nicht da sei!

- Beachte meine Ressourcen!

- Danke, dass es dich gibt


Erstaunlicher Weise klangen die Wünsche der Pflegenden ganz ähnlich:

Lass uns mehr miteinander reden!

Akzeptiere, dass ich meinen Freiraum brauche

Beachte meine Grenzen!

Nimm mich als Person wahr!

Nimm mich als deine Partnerin wahr!

Schön, dass es dich gibt!

Ein gemeinsamer Spaziergang im Sonnenschein zur Staumauer und zum vereisten Möhnesee machte die Köpfe frei, tat der Seele und unseren Gelenken gut.

Was bedeutet die Neueinstufung nach Pflegegraden für mich? Welche Hilfen kann ich in Anspruch nehmen?

Durch diesen Dschungel führte uns Herr Kinzel mit seinem Fach- und Hintergrundwissen. Letztendlich zeigte sich, dass jeder einzelne für sich ergründen muss, welche Hilfen er braucht, was ihm zusteht und wo er Hilfestellung findet.

Nach den Stunden der Informationen, des Gedankenaustausches, des Nachdenkens und Fühlens freuten wir uns auf das Beisammenseins nach der Abendmahlzeit. Die mitgebrachten Spiele wurden ausgepackt. Es wurde gespielt, geraten, gelacht und gezockt..

Nicht unerwähnt bleiben sollen hier Volkers Gedichtinterpretationen bleiben, mit denen er uns immer mal wieder mit verschmitztem Lächeln und trockenem Humor erfreute.

Eine gelungene Fahrt mit vielen Erlebnissen, Erkenntnissen und Freuden.